Unter der globalen Sozialdemokratie verstehen wir im weitesten Sinne jene Strömung, die historisch gesehen aus dem politischen Flügel der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung entstanden ist und einen parlamentarischen Sozialreformismus betreibt. Wir unterscheiden zwischen einer radikalen Sozialdemokratie, die in Worten „antikapitalistisch“ auftritt, aber deren parlamentarisch-sozialreformistische Praxis nur die bürgerliche Politik und die kapitalistische Warenproduktion reproduzieren kann und einer offen prokapitalistischen. So haben einige heutige sozialdemokratische Parteien wie zum Beispiel in Deutschland die SPD und Die Linke eine solche verbalradikale Vergangenheit. Während dieser trat die Sozialdemokratie für eine politische Eroberung des Staates durch das Proletariat und die Verstaatlichung der großindustriellen Produktionsmittel ein. Das war sozusagen das Maximalziel der verbalradikalen Sozialdemokratie. Dies erwies sich in der Praxis des Partei-„Kommunismus“, des Marxismus-Leninismus, der sich als radikale Abspaltung der Sozialdemokratie entfaltete und in einigen Ländern Eurasiens, Afrikas und auf Kuba die politische Staatsmacht erkämpfte, als staatskapitalistisch-sozialreaktionär. Weil sowohl Marxismus-Leninismus als auch Trotzkismus als die beiden Hauptströmungen des Parteimarxismus geschichtlich aus der Sozialdemokratie stammen und weiterhin parlamentarischen Sozialreformismus betreiben – die sie mit einer mehr oder weniger radikalen Rhetorik verrühren – kann mensch sie durchaus als radikal-sozialdemokratisch bezeichnen. Dagegen passte und passt sich der rechte Flügel der Sozialdemokratie immer stärker an den Privatkapitalismus an und verbürgerlichte total – das heißt, er legte die verbale Radikalität ab wie eine zu eng gewordene Jacke.
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Die extreme Verschärfung der zwischenstaatlichen Konkurrenz
Die internationale Staatengemeinschaft des Weltkapitalismus beruht auf der kooperativen Konkurrenz und der konkurrenzförmigen Kooperation der kapitalistischen Nationen. Letztere sind Zwangsgemeinschaften aus Kapital und Lohnarbeit, die durch die nationalistische Ideologie und die Praxis des Nationalstaates am Leben gehalten werden. Nationen sind also Scheingemeinschaften aus AusbeuterInnen und Ausgebeuteten, UnterdrückerInnen und Unterdrückten.
Der Nationalismus nutzt der herrschenden kapitalistischen Klasse, der Bourgeoisie (KapitalistInnen, WirtschaftsmanagerInnen, hohe BerufspolitikerInnen und SpitzenbeamtInnen des Staates), um die Lohnabhängigen in der zwischenstaatlichen Konkurrenz gnadenlos zu verheizen.
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In den meisten politischen Systemen des Kapitalismus sind Parteien die politischen Basiseinheiten. Sie konkurrieren untereinander um die Beherrschung der Staatsapparate. Diese Konkurrenz der politischen Parteien um die Staatsmacht kann den Kapitalismus – ob in privater oder verstaatlichter Form – nur reproduzieren. Politische Parteien sind klassengespalten in einen bürgerlich-bürokratischen Apparat aus BerufspolitikerInnen und -ideologInnen und eine kleinbürgerlich-proletarische Basis. Letztere bildet in der politischen Konkurrenz die Manövriermasse der führenden ParteipolitikerInnen. Diese wird in pluralistisch-demokratischen Mehrparteiendiktaturen in Form von freien Wahlen ausgetragen. Außerdem entwickelten sich in der Geschichte der politischen Formen der kapitalistischen Herrschaft und des Konkurrenzkampfes auch faschistische und marxistisch-leninistische Einparteiendiktaturen.
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Zwischen ca. 1780 und 1873 entwickelte sich der junge Industriekapitalismus der relativ freien Konkurrenz. In diesem häufte sich das europäische und nordamerikanische Industriekapital ursprünglich an. Der junge Industriekapitalismus war durch eine hemmungslose Überausbeutung der LohnarbeiterInnen geprägt. Die Arbeitszeit dauerte so lange, dass sich die ProletarierInnen nicht erholen konnten, sondern biosozial degenerierten. Der Lohn war oft so niedrig, dass die proletarischen Familien nicht von ihm leben konnten. Die kapitalistische Überausbeutung gefährdete die biosoziale Reproduktion des Proletariats – und damit die wichtigste Quelle des industriellen Kapitalismus. Es sind die LohnarbeiterInnen, die produktiv das Kapital vermehren!
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Unter Staatskapitalismus verstehen wir das Staatseigentum an industriellen Produktions- und Handelsmitteln, an und mit denen Lohnabhängige einen Mehrwert produzieren und realisieren, den sich der politische Gewaltapparat aneignet. Staatseigentum an industriellen Produktions- und Handelsmitteln ist institutionell-überpersönliches Eigentum des politischen Gewaltapparates. Die ManagerInnen der Staatsfirmen und die regierenden BerufspolitikerInnen üben staatskapitalistische Eigentumsfunktionen aus. Staatsfirmen – überwiegend Rohstoff- und Verkehrsunternehmen – stellen innerhalb des Privatkapitalismus lediglich eine staatskapitalistische Tendenz dar. Dort, wo der überwiegende Teil der industriellen Produktions- und Handelsmittel verstaatlicht ist beziehungsweise der politische Gewaltapparat quasi ein Eigentumsmonopol ausübt, ist der Staatskapitalismus eine herrschende Produktionsweise. Besonders ausgeprägt war der Staatskapitalismus in marxistisch-leninistischen Parteidiktaturen in Eurasien, Afrika und auf Kuba. Der Staatskapitalismus ist absolut sozialreaktionär.
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Eine
kapitalistische Warenproduktion ist dadurch gekennzeichnet, dass fast
alle Güter und Dienstleistungen für den Umtausch mit Geld
produziert werden. Ziel und Zweck der kapitalistischen
Produktionsweise ist die unaufhörliche und grenzenlose Vermehrung
des Geldes. Nützliche Dinge werden vorwiegend nur produziert, wenn
sie das Geld, diesen verselbständigten Ausdruck des Tauschwertes,
vermehren. In der herrschenden kapitalistischen Produktionsweise
besteht die totalitäre Diktatur des Tauschwertes über den
Gebrauchswert. Diese beinhaltet, dass nicht die Bedürfnisse nach
bestimmten Waren und warenförmigen Dienstleistungen zählen, sondern
nur die zahlungsfähige Nachfrage nach ihnen. Hat der Bedürftige
nicht genug oder gar kein Geld, so bleiben in der Warenproduktion
seine Bedürfnisse unbefriedigt, während gleichzeitig Waren
unverkäuflich bleiben. Das passiert auch im schönsten
kapitalistischen Wirtschaftsaufschwung. Die kapitalistische
Warenproduktion abstrahiert also real, in der Wirklichkeit,
weitgehend von den wirklichen Bedürfnissen.
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Die AST hat ihre theoretische Plattform zur geistigen Orientierung für antipolitische SozialrevolutionärInnen veröffentlicht. Sie ist hier käuflich erhältlich (1. Teil und 2. Teil). Wir werden sie auch nach und nach auf dieser Homepage veröffentlichen.
Einleitung
Mit der Veröffentlichung unserer Plattform möchten wir, die Antipolitisch-Sozialrevolutionäre Tendenz (AST), einen geistigen Impuls zur Radikalisierung des Klassenkampfes leisten. Wir sind uns natürlich bewusst, dass der Hauptimpuls zur Radikalisierung des bewussten Seins des Proletariats dessen eigene Klassenkampfpraxis ist. Auch wissen wir, dass die Wirkung einer Schrift wie Die Möglichkeit der Weltrevolution in nichtrevolutionären Zeiten nur gering sein kann. Aber gerade in solchen reaktionären Zeiten ist revolutionäre Theorie so wichtig – als Ausblick auf ein mögliches zukünftiges bewusstes Sein der Revolution und einer klassen- und staatenlosen Weltgemeinschaft.
Im 1. Teil unserer Plattform analysieren und kritisieren wir den Kapitalismus in seiner geschichtlichen Entstehung und Bewegung. Wir beleuchten die Entstehung der Politik als staatsförmige Organisation der Klassengesellschaft – und dass es in ihrem Rahmen für das Proletariat keine soziale Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung und staatlicher Elendsverwaltung geben kann. Auch nicht isoliert im Rahmen der Nation. Nur antipolitisches und antinationales Bewusstsein ist auch wirklich antikapitalistisch.
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Categories: antinationale position, antipolitik, AST, ökosoziale krise, biosozialen reproduktion, bolschewismus, demokratie, DGB, feudalismus, freie wahlen, imperialismus, internationalismus, kapitalistischer frieden, klassen kampf, klimawandel, marxismus-leninismus, militärische demokratie, national staat, nationalismus, nationalkapital, pazifismus, periode der beschleunigten kapitalvermehrung, plattform, proletariat, prostitution, staatsinterventionismus, Staatskapitalismus, städtegemeinden, strukturellen profitproduktionskrise, tagelöhner, tauschwert, Ukraine, unabhängige rätekommunisten, urgesellschaft, urkommunismus, zyklische krise Tags:
Staaten waren und sind die politischen Gewaltapparate der jeweils sozialökonomisch herrschenden Klassen. Im Kapitalismus sind die bürgerlichen Staaten politische Gewaltapparate der Kapitalvermehrung. Auch die sogenannten „sozialistischen“ Staaten, die von sogenannten „Kommunistischen“ Parteien regiert wurden oder werden, waren oder sind in Wirklichkeit privat- oder staatskapitalistische Länder. Dazu weiter unten etwas ausführlicher.
Aber
zunächst zur ökonomischen Basis der bürgerlichen Staaten: der
kapitalistischen Produktionsweise. Im Privatkapitalismus gehören die
meisten Firmen EinzelkapitalistInnen oder Kapitalgesellschaften. Der
Kapitalismus beruht auf der Ausbeutung der Lohnarbeit. Die globale
Klasse der LohnarbeiterInnen ist der Kern des Weltproletariats. Zum
Weltproletariat gehören global alle Menschen, die weder Produktions-
noch Handelsmittel besitzen und keine leitenden Funktionen (zum
Beispiel VorarbeiterInnen oder AbteilungsleiterInnen), höher
qualifizierte lohnabhängige Funktionen (zum Beispiel IngenieurInnen,
ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen) oder repressiven Funktionen in
der Privatwirtschaft und im Staatsapparat (wie beispielsweise
Werkschutz, Polizei, Geheimdienst oder Armee) ausüben. Menschen mit
letztgenannten Funktionen gehören zum lohnabhängigen
KleinbürgerInnentum. Alle anderen LohnarbeiterInnen sind Teil des
Weltproletariats. Außerdem gehören zu letzteren auch die
nichtlohnarbeitenden proletarischen Unterschichten. Wie zum Beispiel
die noch nicht lohnarbeitenden Kinder und Jugendliche in
proletarischen Familien, RentnerInnen als ehemalige
LohnarbeiterInnen, innerfamiliäre HausarbeiterInnen in
proletarischen Familien (vorwiegend Frauen) und Arbeitslose.
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